Häufig gestellte Fragen
Was ist das Arbeitsraumprogramm?
Was ist das Arbeitsraumprogramm?
Das Arbeitsraumprogramm der Senatsverwaltung für Kultur und Europa ist das Förderprogramm zur Bereitstellung und Sicherung von Räumen für Kunst- und Kulturakteur*innen des Landes Berlin. Kultur Räume Berlin, vertreten durch die Kulturraum Berlin gGmbH, vergibt im Rahmen des Arbeitsraumprogramms (ARP) geförderte Räume für die künstlerische Arbeit der Freien Szene Berlins. Durch das Arbeitsraumprogramm werden Arbeitsräume für künstlerische Arbeit gefördert (d. h. Tanzräume, Projekträume, Ateliers, Musikproberäume, Schreibbüros und so weiter). Durch die Förderung werden Künstler*innen der Freien Szene Berlin Arbeitsräume zu subventionierten Mietpreisen angeboten, die weit unter den marktüblichen Preisen liegen. Hinweis: Im Rahmen des Arbeitsraumprogramms werden nur Räume zur Probe- und Produktion gefördert, keine Kunst- und Kulturprojekte und Veranstaltungen. Informationen zur Förderung von Kunst- und Kulturprojekten finden Sie unter:
Wie funktioniert die Förderung?
Die Miete wird im Rahmen des Arbeitsraumprogramms subventioniert, d. h. sie wird durch Zuschüsse des Landes Berlin ausgeglichen, so dass der von dem*der Künstler*in zu zahlende monatliche Mietanteil je nach Sparte 4,09, 5,00 oder 6,50 €/m² warm beträgt (zzgl. einer monatlichen Stromkostenpauschale). Die Räumlichkeiten dürfen nur als Probe- und Produktionsraum genutzt werden und nicht für die Durchführung von Workshops, Castings, Unterricht, Beratungsangeboten und sonstige kommerzielle oder gewinnorientierte Veranstaltungen oder Aktivitäten verwendet werden.
Ich habe schon einen Arbeitsraum, kann der gefördert werden?
Zurzeit besteht in der Regel keine Möglichkeit, bestehende Arbeits-, Probe- und Projekträume in das Arbeitsraumprogramm aufzunehmen.
An wen richtet sich das Arbeitsraumprogramm?
Das Angebot richtet sich ausschließlich an professionelle, freiberufliche Künstler*innen, die ihren Wohnsitz in Berlin haben. Wenn Sie sich als Gruppe, die gemeinsam arbeitet und seit mind. einem Jahr existiert, bewerben möchten, reichen Sie eine gemeinsame Bewerbung ein. Wichtig ist, dass eine Person als Ansprechpartner*in angegeben wird.
- Darstellende Künste:
- Literatur:
- Musik:
- Tanz:
- Projekträume:
Was ist unter künstlerischer Professionalität zu verstehen?
Als Vergabekriterium bedeutet „künstlerische Professionalität“, dass die Bewerbenden über einen Studiengang oder eine Ausbildung in einem künstlerischen Feld nachweisen können oder über langjährige Erfahrung verfügen.
Wie kann ich mich bewerben?
Sie bewerben sich bequem über unser Raumportal. Wenn Sie eine passende Ausschreibung oder Räume gefunden haben, gibt es zwei Möglichkeiten:
- Zum Besichtigungstermin anmelden
- Bewerben
Welche Unterlagen muss ich einreichen?
Unterlagen
Im Rahmen Ihrer Bewerbung werden Sie aufgefordert, Ihre künstlerische Tätigkeit nachzuweisen, z. B. durch die Verlinkung Ihrer Website, Angaben zu bisherigen öffentlichen Auftritten, Preisen und/oder Stipendien. Zudem werden Sie gebeten, folgende Unterlagen einzureichen:
- Dokumentation/Portfolio
- Ggf. Vereinssatzung/Selbstverständnis (PDF-Datei)
- De-minimis-Erklärung (PDF-Formular im Exposé der Anzeige zum Download. Bitte unterschrieben wieder hochladen.)
- Vorstellung des inhaltlichen Raumkonzepts (unter Skizzierung von Ausstellungen/Veranstaltungen inkl. Teilnahme von Dritten)//Beschreibung des geplanten Vorhabens
Für alle Vergabeverfahren gilt:
Nur vollständige Bewerbungen können berücksichtigt werden. Alle Angaben werden vertraulich behandelt und dienen ausschließlich Entscheidungs- bzw. Förderungszwecken. Doppelförderungen (Förderung desselben Zwecks, hier: Raumförderung im Rahmen einer Basis- oder Konzeptförderung) sind auszuschließen. Es besteht kein Anspruch auf Förderung.Ist es möglich, die Räume vorher zu besichtigen?
Je nach Ausschreibung und Objekt bieten wir entweder digitale Besichtigungstermine oder Besichtigungstermine vor Ort an. Eine Anmeldung ist jedoch immer erforderlich. Auf dem Raumportal können Sie sich für einen Besichtigungstermin anmelden. Sie erhalten eine Bestätigung mit Informationen über den Termin per E-Mail.
Bewerbung eingereicht, was passiert jetzt?
Nachdem Sie Ihre Bewerbung eingereicht haben, erhalten Sie eine automatische Eingangsbestätigung per E-Mail mit der Information über das weitere Vorgehen. Ich habe keine Bestätigung erhalten Bitte überprüfen Sie Ihren Spamordner. Sollte nach einigen Minuten keine E-Mail-Bestätigung bei Ihnen angekommen sein, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an vergabe@kulturraeume.berlin oder rufen Sie uns an unter: 030 3030 444-60. Sie erreichen uns Montag-Freitag zwischen 10 und 16 Uhr.
Wie funktioniert die Vergabe?
Das Vergabeverfahren
Nach Ablauf der Bewerbungsfrist findet eine Vergabesitzung statt. Pro Sparte entscheiden spartenspezifische, unabhängige Vergabebeiräte, wer den Zuschlag zu den Räumen erhält. Der Vergabebeirat entscheidet nach bestimmten Kriterien, die je nach Ausschreibung und Sparte variieren können. Die Vergabekriterien werden mit der Ausschreibung kommuniziert. Diese Vergabekriterien stehen im Fokus:
- Künstlerische Professionalität
- Wohnsitz in Berlin (bei Gruppen muss die Mehrzahl der Mitglieder ihren Wohnsitz in Berlin haben)
- Darstellung der künstlerischen Tätigkeit oder des künstlerischen Vorhabens
- Dringlichkeit eines Arbeitsraumes/-platzes aufgrund von Arbeitserfahrung und -perspektive
Wie lange dauert das Vergabeverfahren?
Die Entscheidung über die Raumvergabe trifft der Vergabebeirat im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung. Die Entscheidung über die Vergabe wird abhängig vom jeweiligen Vergabezyklus in der Regel vier bis acht Wochen nach Ablauf der Bewerbungsfrist mitgeteilt.
Wer sind Vergabefachbeiräte?
Die Räume des Arbeitsraumprogramms (ARP) werden von unabhängigen, spartenspezifischen Fachbeiräten vergeben. Die Mitglieder gehören überwiegend der professionellen Freien Szene Berlins an und verfügen über besondere Kenntnisse der jeweiligen Sparte sowie ihrer regionalen und internationalen künstlerischen Entwicklungen. Die Zusammensetzung erfolgt in Abstimmung mit den Interessenvertretungen der Freien Szene Berlins sowie der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt . Derzeit können folgende Interessensvertretungen Vorschläge einreichen: Interessengemeinschaft Jazz Berlin e.V. (IG Jazz Berlin), initiative neue musik berlin e.V. (inm), Vereinigung Alte Musik Berlin e.V. (VAM Berlin), Zeitgenössisches Musiktheater Berlin e.V. (ZMB e.V.), Landesverband freie darstellende Künste Berlin e.V. (LAFT Berlin), Netzwerk freie Literaturszene Berlin e.V. (NFLB e.V.), Netzwerk freier Berliner Projekträume und -initiativen e.V., Zeitgenössischer Tanz Berlin e.V. (ZTB) sowie das Musicboard Berlin und der Music Pool Berlin.
Vergabebeiratsmitglieder werden in der Regel für eine Dauer von zwei Jahren berufen (Folgeberufungen sind möglich). Sie bestehen aus mindestens drei stimmberechtigten Mitgliedern, sowie bis zu drei Vertreter*innen. Diese sind gleichberechtigte Mitglieder des Beirats und verfügen über dieselben Rechte und Pflichten wie die übrigen Mitglieder. Im Falle der Verhinderung eines Mitglieds übernehmen sie dessen Aufgaben und üben dessen Stimmrecht aus.
Wir möchten darauf hinweisen, dass eine Kontaktaufnahme zu Beiratsmitgliedern bei vorliegender Bewerbung zum Ausschluss vom Verfahren führen kann.
Darstellende Künste und Tanz
Der Beirat setzt sich wie folgt zusammen:
- 3 Personen für die Darstellenden Künste
- 3 Personen für den Tanz
- 1 interdisziplinäre Person
Ergebnis Tanz:
- Akiles
- Lina Gomez
- Jasna Layes Vinovrski
- Ludger Orlok
Ergebnis Darstellende Künste:
- Emma Laule
- Daniel Schrader
- Katharina von Wilcke
- Sasha Schlegel
Interdisziplinär:
- Raphael Moussa Hillebrand
- Ana Kavalis
Literatur
- Josephine Apraku
- Dilek Güngör
- Tim Holland
- Stefanie Hirsbrunner
- Emma C. Lawson
- Miriam Rainer
Musik
- Alte Musik: Yeauntae Jung, Miako Klein, Ildiko Ludwig,
- Neue Musik: Martin Lorenz, Elsa M'Bala aka A.M.E.T, Theo Nabicht
- Jazz: Felix Henkelhausen, Lucy Liebe, Jacobien Vlasmann
- Pop: Patric Catani, Andrea Götzke, Mareike Hube
- Musiktheater: Matthias Schönijahn, n.n., n.n
Projekträume
- Aouefa Amoussouvi
- Chan Sook Choi
- Stephan Koal
- Teena Lange
- Gosia Lehmann
- Anastasia Marukhina
- Anna-Lena Wenzel
Wie werde ich über die Entscheidung informiert?
Information per E-Mail
Nach Abschluss des Auswahlverfahrens erhalten alle Bewerber*innen eine Mitteilung per E-Mail über das Ergebnis ihrer Bewerbung.
Ich habe eine Zusage erhalten, was passiert jetzt?
Wenn Sie eine Zusage für einen Raum erhalten, werden Sie aufgefordert, kurzfristig die Nachweise über Ihren Berliner Wohnsitz im Raumportal hochzuladen. Wenn Sie sich als Gruppe bewerben, muss die Mehrheit der Gruppe einen Nachweis über einen Berliner Wohnsitz einreichen. Als gültigen Nachweis können Sie eine Kopie Ihrer Meldebescheinigung oder z. B. einen Scan der Berliner Adresse in Ihrem Personalausweis in Ihrem Bewerbungs-Account hochladen.
Ich habe eine Absage erhalten
Falls Ihre Bewerbung nicht erfolgreich war, können Sie an der nächsten passenden Ausschreibung wieder teilnehmen. Wenn Sie Fragen zum Verfahren oder zur Antragstellung haben, können Sie sich gern direkt an uns wenden.
Wir bieten kostenlose, individuelle Beratung per Telefon oder Zoom an.
Zur Beratung
Fragen rund um den Mietvertrag
Zum Mietvertrag
Wer einen Raum im Arbeitsraumprogramm bekommt, schließt einen befristeten Untermietvertrag mit einem Immobiliendienstleister ab, der den Vertrag verwaltet und Ansprechpartner für alle Angelegenheiten rund um den Vertrag ist. Die Mietverträge werden in der Regel für vier bzw. bei Projekträumen fünf Jahre geschlossen.
Zur Untervermietung
Eine Untervermietung kann nur mit vorheriger, schriftlicher Zustimmung der Kulturraum Berlin gGmbH und dem Immobiliendienstleister erfolgen. Wenn Sie Ihren Raum untervermieten möchten setzen Sie sich deswegen bitte direkt in Kontakt mit der Kulturraum Berlin gGmbH.
Zur Verlängerung/Überprüfung der Förderkriterien
Je nach Ausschreibung kann es sein, dass die Erfüllung der Förderkriterien nach anderthalb bis zwei Jahren überprüft werden muss. Somit wird sichergestellt, dass der geförderte Raum zweckgemäß genutzt wird. Die Überprüfung erfolgt durch Vorlage entsprechender Nachweise (kurze Dokumentation der künstlerischen Professionalität als PDF-Datei und Erklärung, dass der Wohnsitz weiterhin in Berlin ist). Ergibt die Überprüfung, dass Sie noch immer die Förderkriterien erfüllen, können Sie den Raum für die verbleibenden Jahre des Nutzungszeitraums nutzen. Eine Verlängerung darüber hinaus ist leider nicht möglich.
Mein Mietvertrag läuft aus, kann ich mich wieder bewerben?
Ja, Sie können sich immer wieder bewerben, auch wenn Sie schonmal einen geförderten Raum hatten. Wenn sich das Ende Ihres Mietzeitraums nähert, erhalten Sie von der Kulturraum Berlin gGmbH eine Benachrichtigung per Mail, damit Sie sich auf die Übergabe vorbereiten können. Alle weiteren Informationen zur Übergabe erhalten Sie vom Immobiliendienstleister. Der befristete Mietvertrag lässt sich leider nicht verlängern, sondern der Raum muss erneut ausgeschrieben werden. Falls Sie weiterhin Interesse an dem Raum haben, können Sie sich im Rahmen der neuen Ausschreibung erneut um den Raum bewerben.
fairSpace – Chancengleichheit Raum geben
Warum gibt es fairSpace – Chancengleichheit Raum geben und für wen ist das Projekt gedacht?
Öffentliche Fördergelder sollen für alle Menschen zugänglich sein. Doch Künstler*innen stoßen bei Förderanträgen und -programmen oft auf Barrieren: Bei vielen Programmen sind die Voraussetzungen für eine Bewerbung sehr hoch. Künstler*innen müssen zum Beispiel über umfangreiche Berufserfahrungen verfügen oder schon Kontakte zu anderen Kulturorten haben. Außerdem können Künstler*innen häufig nicht mitteilen, welche Zugangsbarrieren sie haben. So bleiben die Barrieren bestehen und interessierte Künstler*innen verlieren die Motivation, sich zu bewerben.
Mit fairSpace – Chancengleichheit Raum geben unterstützen wir professionelle Künstler*innen, die bisher wenig Zugang zu geförderten Arbeitsräumen haben. Dazu gehören Künstler*innen, deren Perspektiven im Kulturbetrieb bisher wenig sichtbar werden. Und Künstler*innen, die durch gesellschaftliche und institutionelle Strukturen benachteiligt werden.
fairSpace möchte gleiche Chancen für alle schaffen, Barrieren abbauen und Diskriminierung verhindern. Das Projekt will außerdem die Vielfalt im Kulturbetrieb stärken. Der Titel des Programms formuliert dabei bewusst einen hohen Anspruch: Er steht für das Ziel, dass alle Künstler*innen die gleichen Chancen auf einen geförderten Arbeitsraum bekommen. Mit dem Projekt fairSpace möchten wir in unserem Arbeitsraumprogramm neue Wege ausprobieren, die zu diesem Ziel führen.
Was ist das Arbeitsraumprogramm?
Das Arbeitsraumprogramm der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt ist ein Förderprogramm. Es sichert Räume im Berliner Kulturbereich und stellt sie für Künstler*innen und Kulturtätige bereit. Gefördert werden Arbeitsräume wie Tanzräume, Projekträume, Ateliers, Musikproberäume oder Schreibbüros.
Die Kulturraum Berlin gGmbH vergibt im Rahmen des Arbeitsraumprogramms diese Räume an professionelle Künstler*innen der Freien Szene in Berlin. Die verfügbaren Räume werden auf der Plattform Kultur Räume Berlin ausgeschrieben. Die Künstler*innen und Kulturtätigen müssen Miete für die Räume zahlen. Die Miete wird aber gefördert und ist viel günstiger als üblich. Das Land Berlin hat die Förderregeln für das Arbeitsraumprogramm festgelegt. Aktuell beträgt die vergünstigte Miete 5 Euro pro Quadratmeter, im Bereich Bildende Kunst 4,09 Euro und 6,50 Euro.
Wichtiger Hinweis: Zum 1. Januar 2027 treten voraussichtlich neue Förderregeln in Kraft. Der hier angegebene Mietpreis kann sich dadurch ändern. Die Miete wird jedoch weiterhin vom Berliner Senat gefördert und soll bezahlbar bleiben. Nach den neuen Regeln kann die Miete an Ihr Einkommen angepasst werden. Welche Auswirkungen die neuen Regeln genau haben, steht noch nicht fest.
fairSpace fördert professionelle Künstler*innen. Was heißt „professionell“?
Das Arbeitsraumprogramm fördert professionelle Künstler*innen der Berliner Freien Szene. Doch was bedeutet „professionell” eigentlich genau?
In Deutschland ist der Begriff „Künstler*in” nicht gesetzlich geschützt – grundsätzlich kann sich jede Person „Künstler*in“ nennen. Für das Arbeitsraumprogramm reicht das jedoch nicht aus. Wichtig ist, dass Sie künstlerisch arbeiten oder damit anfangen wollen und Ihre Arbeit für andere sichtbar ist. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie Sie uns das zeigen können. Denn es gibt nicht nur den einen “richtigen” beruflichen Weg.
Einer der folgenden Punkte trifft meistens zu:
- Sie haben eine künstlerische Ausbildung gemacht (z. B. Studium, Berufsausbildung, Weiterbildung). Oder Sie haben sich die Fähigkeiten selbst beigebracht und arbeiten bereits sichtbar im Kulturbereich.
- Sie sind Mitglied in der Künstlersozialkasse (KSK). Oder Sie arbeiten selbstständig und dauerhaft als Künstler*in. Dabei verdienen Sie mindestens 3.900 Euro brutto im Jahr.
- Sie sind beim Finanzamt als freiberufliche*r Künstler*in gemeldet.
- Sie sind künstlerisch aktiv zum Beispiel durch Ausstellungen, Auftritte, Konzerte oder Lesungen. Oder Sie haben bereits ein Portfolio bzw. ein Werkverzeichnis.
- Andere haben Ihre künstlerische Arbeit schon wahrgenommen – etwa durch einen Presseartikel, eine Rezension, ein Stipendium oder einen Preis.
Falls Sie unsicher sind, ob Ihre bisherige künstlerische Arbeit dazuzählt: Buchen Sie gerne einen Beratungstermin. Wir schauen gemeinsam drauf.
Barrierefreiheit und Inklusion sind für fairSpace wichtig. Was verstehen wir darunter?
Barrierefreiheit bedeutet, dass alle Menschen selbstbestimmt Zugang zu allen Bereichen des Lebens haben – unabhängig davon, welche Fähigkeiten sie haben. Mit Inklusion meinen wir das Recht, gleichberechtigt an der Gesellschaft teilzuhaben.
Ohne einen passenden Arbeitsplatz ist es für viele Künstler*innen nicht möglich, professionell zu arbeiten. Daher spielen Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit und Inklusion im Arbeitsraumprogramm eine wichtige Rolle. Mit dem Projekt fairSpace wollen wir bestehende Strukturen im Arbeitsraumprogramm öffnen und Barrieren abbauen. Damit stehen wir aber noch ganz am Anfang.
Das Projekt basiert auf dem Grundgesetz (Art. 3 Abs. 3 GG) und der UN-Behindertenrechtskonvention. Beide schützen das Recht aller Menschen, selbstbestimmt zu leben. Außerdem orientieren wir uns am Berliner Landesgleichberechtigungsgesetz (LGBG) und am Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG). Das LGBG regelt die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung sowie den Abbau von Barrieren in Berlin. Das LADG schützt davor, aufgrund bestimmter Merkmale wie zum Beispiel Geschlecht oder Behinderung durch öffentliche Einrichtungen benachteiligt zu werden.
Mit fairSpace – Chancengleichheit Raum geben schaffen wir gezielt Zugänge für Künstler*innen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Und für alle Künstler*innen, die wegen eines der im LADG geschützten Merkmale benachteiligt werden.
- Hier finden Sie das Gesetz- und Verordnungsblatt des LADG (Stand: 2020), eine Übersetzung in Leichte Sprache sowie weiterführende Informationen und Materialien: Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) - Berlin.de
- Hier finden Sie das Landesgleichberechtigungsgesetz (LGBG), eine Übersetzung in Leichte Sprache sowie weiterführende Informationen zur Berliner Behindertenpolitik: Landesgleichberechtigungsgesetz (LGBG) - Berlin.de
Wie sorgen wir für eine möglichst gerechte Förderung im Arbeitsraumprogramm?
Um Chancengleichheit zu erreichen, nutzt das Projekt zwei zentrale Maßnahmen:
- Reservierte Räume: An ausgewählten Standorten wird ein Teil der Räume gezielt für Künstler*innen reserviert, die von Benachteiligung und Barrieren betroffen sind.
- Zusätzliche Auswahlkriterien: Neben den allgemeinen Vergabekriterien des Arbeitsraumprogramms berücksichtigen wir, ob Künstler*innen auf Barrieren stoßen. Zum Beispiel können Künstler*innen einen schlechteren Zugang zu Netzwerken haben. Ihnen können auch Nachweise eines klassischen Berufsweges fehlen. Oder sie haben individuelle Bedarfe aufgrund von Behinderung oder Diskriminierungserfahrung.
Beide Maßnahmen wirken zusammen. Solche sogenannten positiven Maßnahmen sind nach § 5 Abs. 2 LADG rechtlich ausdrücklich zulässig und stellen keine Benachteiligung der übrigen Bewerber*innen dar.
Was ist das Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) und welche Rolle spielt es im Projekt fairSpace?
Das LADG schützt Berliner*innen vor Diskriminierung durch öffentliche Einrichtungen des Landes – auch im Rahmen von Förderprogrammen wie dem Arbeitsraumprogramm. Mit unserem Projekt greifen wir die Kernziele des LADG auf. Das LADG benennt folgende Diskriminierungsmerkmale:
- Geschlecht
- Ethnische Herkunft
- Rassistische und antisemitische Zuschreibung
- Religion und Weltanschauung
- Behinderung
- Chronische Erkrankung
- Lebensalter
- Sprache
- Sexuelle und geschlechtliche Identität
- Sozialer Status
Für das Projekt bildet das LADG eine wichtige rechtliche Grundlage. Es zeigt, welche Merkmale häufig zu Benachteiligung führen und deswegen geschützt sind. Somit hilft es uns dabei, die Auswahlkriterien und die reservierten Räume so zu gestalten, dass sie diese Diskriminierungsmerkmale gezielt berücksichtigen.
Sind Maßnahmen wie die reservierten Räume oder die zusätzlichen Auswahlkriterien nicht selbst eine Form der Diskriminierung?
Nein. Solche sogenannten positiven Maßnahmen sind nach § 5 Abs. 2 LADG rechtlich ausdrücklich erlaubt, um bestehende Nachteile auszugleichen. Sie sorgen für Chancengleichheit.
Wie erfolgt die Vergabe der Räume?
Ein unabhängiger Fachbeirat entscheidet, wer einen Arbeitsraum bekommt. Der Fachbeirat besteht aus Expert*innen des jeweiligen Kunstbereichs. Er berücksichtigt die üblichen Vergabekriterien des Arbeitsraumprogramms wie künstlerische Professionalität, Originalität oder Wohnsitz in Berlin. Daneben zählen auch die individuellen Zugangsbarrieren, die Bewerber*innen in der sogenannten Positionierung beschreiben können.
Diese Vergabekriterien sind besonders wichtig:
- Künstlerische Professionalität: Sie arbeiten professionell als Künstler*in.
- Wohnsitz in Berlin: Sie wohnen in Berlin. Bei Gruppen muss die Mehrheit der Mitglieder in Berlin wohnen.
- Darstellung der künstlerischen Tätigkeit oder des künstlerischen Vorhabens: Woran wollen Sie arbeiten? Was ist an Ihrer Arbeit besonders?
- Dringlichkeit eines Arbeitsraumes oder Arbeitsplatzes aufgrund von Arbeitserfahrung und Perspektive: Sie erklären, warum Sie den Arbeitsplatz gerade jetzt brauchen. Warum ist der Raum für Ihren beruflichen Weg jetzt wichtig? Wie hilft er Ihnen dabei, Ihre Perspektive im Kulturbetrieb sichtbar zu machen?
Die genauen Vergabekriterien können je nach Ausschreibung unterschiedlich sein. Sie finden die Kriterien in der jeweiligen Ausschreibung im Raumportal.
Fragen zur Positionierung im Bewerbungsverfahren
Was genau bedeutet „Positionierung“?
fairSpace will genau die Künstler*innen fördern, die benachteiligt werden und auf Hindernisse stoßen. Deswegen bitten wir Sie um eine Positionierung. Damit ist gemeint: Sie beschreiben im Bewerbungsformular kurz, welche Hindernisse Sie bei der Bewerbung oder Nutzung eines Raums haben.
Warum muss ich meine Barrieren beschreiben und wer liest das?
Ihre Angaben sind für zwei Dinge wichtig:
- Sie zeigen, ob Sie zur Zielgruppe des Projekts fairSpace gehören.
- Der Fachbeirat liest die Positionierung. Die von Ihnen beschriebenen Hindernisse werden bei der Vergabe berücksichtigt.
Im Bewerbungsformular gibt es für die Positionierung zwei Textfelder: Feld A und Feld B. Wie sind die beiden Felder aufgeteilt?
- Feld A (Kurztext mit maximal 300 Zeichen inklusive Leerzeichen): Hier fassen Sie Ihre Barrieren in 1-3 Sätzen zusammen. Dieser Text hilft dem Beirat, nicht den Überblick zu verlieren.
- Feld B (Ausführlicher Text mit maximal 1.500 Zeichen inklusive Leerzeichen): Hier können Sie Ihre Bedarfe und Hürden ausführlich beschreiben. Der Beirat soll verstehen, warum Sie den geförderten Arbeitsraum brauchen. Folgende Fragen können Ihnen beim Schreiben helfen: Welche konkreten Hindernisse (z. B. baulich, digital, strukturell, sozial) erschweren Ihnen den Zugang zu einem Proberaum? Warum passen die üblichen Angebote an Räumen nicht zu Ihren Bedarfen? Wie würde der ausgeschriebene Proberaum Ihre Situation konkret verbessern?
Muss ich medizinische Nachweise, Atteste oder Diagnosen einreichen?
Nein. Sie sollen keine medizinischen oder behördlichen Nachweise hochladen wie etwa Diagnosen, einen Schwerbehindertenausweis oder Arztbriefe. Auch besonders private Erfahrungen müssen Sie nicht teilen. Eine kurze, logisch nachvollziehbare Beschreibung Ihrer Situation reicht völlig aus.
Hinweis: Wir brauchen trotzdem einige offizielle Dokumente wie Einkommensnachweise oder die Meldebescheinigung. Diese müssen nach einer Zusage im Raumportal hochgeladen werden. Wir schreiben Ihnen dafür eine extra E-Mail.
Was zählt bei der Bewerbung mehr: künstlerische Qualität oder Positionierung?
Der Fachbeirat bewertet als erstes die künstlerische Qualität Ihrer Arbeit. Dafür liest er die eingereichten Dokumente und das Portfolio. Außerdem berücksichtigt er Ihre Positionierung. Dabei geht es um die Hindernisse, die Sie bei der Suche oder der Nutzung eines Arbeitsraums erleben. So sorgen wir dafür, dass künstlerische Qualität und Hindernisse eigenständig betrachtet werden.
Alle Bewerber*innen sollen faire Chancen haben. Deswegen berücksichtigt der Fachbeirat die Diskriminierungsdimensionen des Berliner Landesantidiskriminierungsgesetzes (LADG).
Uns ist bewusst, dass viele Künstler*innen geförderte Räume brauchen und es zu wenig Räume gibt. Das bedeutet leider auch: Wir können nicht allen Bewerber*innen geförderte Räume anbieten. Der Beirat muss eine Auswahl aus sehr vielen sehr guten Bewerbungen treffen. Eine Absage spiegelt die begrenzte Anzahl der verfügbaren Räume wider. Deswegen möchten wir Sie ausdrücklich ermutigen, nach einer Absage nicht aufzugeben, sondern unsere Ausschreibungen im Auge zu behalten und sich auf weitere Räume zu bewerben. Melden Sie sich dazu bei unserem Newsletter an.
Vertraulichkeit und Datenschutz
Wir behandeln Ihre Bewerbung streng vertraulich. Sie wird ausschließlich von der Geschäftsstelle der Kulturraum Berlin gGmbH, dem Beisitz der Szenevertretung (Raumbüro) sowie von den Mitgliedern des unabhängigen Fachbeirats gelesen. Wir verarbeiten Ihre Daten nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Sie werden ausschließlich genutzt, um die Berechtigung Ihrer Bewerbung zu prüfen und Ihre Bewerbung fachlich zu bewerten. Sie werden nicht an Dritte weitergegeben. Weiter Informationen finden Sie in unseren Datenschutzinformationen.
Wie berücksichtigt fairSpace Access-Bedarfe?
Barrierefreiheit umfasst mehr als einen rollstuhlgerechten Zugang der Räume. Auch der Bewerbungsprozess und die Kommunikation rund um das Projekt fairSpace sollen möglichst barrierefrei gestaltet sein
Konkret bedeutet das:
- Wir bieten eine Online-Informationsveranstaltung zum Projekt an. Hier klären wir Fragen zur Ausschreibung sowie zum Bewerbungsprozess. Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt. Sie wird in Deutsche Gebärdensprache (DGS) verdolmetscht.
- Wir bieten Besichtigungstermine vor Ort an. So können Sie sich die Arbeitsräume vorab ansehen und die Barrierefreiheit überprüfen.
- Falls Sie Fragen haben oder Unterstützung brauchen etwa beim Ausfüllen der Bewerbung, können Sie jederzeit einen persönlichen Beratungstermin vereinbaren: https://kulturraeume.berlin/beratung/
Wir wissen, dass Access-Bedarfe sehr unterschiedlich sind und wir nicht immer alle Barrieren vorhersehen können. Melden Sie sich daher gerne frühzeitig bei uns, wenn Sie Unterstützung benötigen. Wir finden gemeinsam eine Lösung.
Schreiben Sie eine E-Mail an: fairspace@kulturraum.berlin
Oder rufen Sie uns an. Wir sind erreichbar am Dienstag von 10:00 bis 13:00 Uhr und am Donnerstag von 15:00 bis 17 :00 Uhr unter der Telefonnummer: 017617870315.